Martin Luther King - Ein besonderer Mensch
Martin Luther King jr. (15.Januar 1929 Atlanta – 4.April 1968 Memphis) ist der wichtigste Kopf im Kampf gegen die Unterdrückung der Afro- Amerikaner in den USA. King, der immer Gewaltlosigkeit predigte und lebte, wurde dreimal tätlich angegriffen, entging einem Bombenattentat, war mehr als dreissig mal inhaftiert und fiel schließlich einem Attentat zum Opfer.
Kings Großvater war der Sohn von Sklaven und trat 1884 den Baptisten (Ebenezer Gemeinde) bei. Sein Vater, Martin Luther King, Sr, war selbst Baptistenprediger in der Ebenezer Gemeinde, die Mutter, Alberta Christine Williams King, eine Lehrerin.
Martin Luther Kings Leben war von Kindheit an von der Rassentrennung in den Südstaaten der USA bestimmt. Er besuchte die einzige Hochschule für Schwarze im Süden der USA und absolvierte seinen Bachelor in Soziologie. Neben der Theologie beschäftigt er sich schon früh mit den großen Philosophen, Plato, Rousseau, Nietzsche, Henry David Thoreau. Trotz seines tiefen Glaubens wollte er eigentlich kein Prediger werden, entdeckte jedoch früh sein Talent für das gesprochene Wort und besuchte auf den Rat seines Vaters das Crozer Theological Seminary in Pennsylvania. An der Boston University in Massachusetts schrieb er seine Doktorarbeit. In dieser Zeit las er die Schriften Mahatma Gandhis, die den größten Einfluss auf seine pazifistische Weltanschauung und sein Wirken hatten. Auch Dietrich Bonhoeffer wurde von ihm immer wieder als großes Vorbild genannt. Anstatt für eine Karriere an der Universität oder einer prominenten Kirche entschied sich King nach seiner Ausbildung für eine Pastorenstelle in Alabama.
Am 1.Dezember 1955 wurde die schwarze Näherin Rosa Parks verhaftet, weil sie sich geweigert hatte, in ihrer Heimatstadt Montgomery einem Weißen im Bus Platz zu machen. Die schwarzen Führer der Stadt riefen zum Boykott der Buslinien auf, der 26 Jahre junge King wurde Leiter des Boykott-Komittees gewählt. 381 Tage dauerte der Boykott, 1956 verbot der oberste Gerichtshof jede Art von Rassentrennung in den Bussen von Alabama. Der Name Martin Luther King war in dieser Zeit weltweit zum Begriff des gewaltlosen Widerstands geworden. Schon 1957 hielt er 208 Reden und schrieb sein erstes Buch (Stride Toward Freedom: The Montgomery Story).
Von Anfang an wollte ihn die weiße Obrigkeit des Südens durch fragwürdige Gerichtsurteile von seinem Weg abhalten. Wegen unterlassener Ummeldung seines Führerscheins wurde er zu 6 Monaten Zwangsarbeit verurteilt. John F.Kennedy, zu der Zeit demokratischer Präsidentschaftskandidat, setzte sich für King ein und erreichte seine Freilassung auf Kaution. Wenige Tage später wurde Kennedy mit 110.000 (überwiegend schwarzen) Stimmen Mehrheit zum Präsidenten gewählt.
Albany und Birmingham wurden die nächsten großen Schauplätze der Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King. Er organisierte Sitzstreiks und Massenproteste. 1964 wurde ihm für sein Engagement der Friedensnobelpreis verliehen, Times Magazine kürte ihn zum Man of the Year“ Mitte der 60er bildet sich im Norden ein gewaltbereiter Flügel der Bürgerrechtsbewegung, mit einem charismatischem Anführer Malcolm X, „The Nation of Islam“ (Black Muslims) Ab 1966 wandte sich Martin Luther King auch verstärkt gegen den Vietnamkrieg, was selbst in der Bürgerrechtsbewegung als unpatriotisch kritisiert wurde. Er prangerte, wie kein anderer, die amerikanische Rüstungsindustrie an, wurde vom FBI als Landesverräter diffamiert und zur persona non grata im weißen Haus. 1968 plante er den gewaltigen „Poor People´s March on Washington“.
Vor diesem Marsch wollte King in Memphis eine weitere Demonstration als Test der eigenen Stärke organisieren. Am 28.März endete diese Demonstration in Krawallen und Plünderungen, das FBI hatte Schwarze als Provokateure eingesetzt. Am Abend des 3.April hielt er seine berühmte Rede „I´ve been to the Mountaintop“. Am 4.April 1968 wurde er auf dem Balkon des Lorraine Motels in Memphis erschossen. Fünf Tage später wurde Martin Luther King jr. unter der Anteilnahme von 50.000 Menschen in Atlanta auf dem South View Cemetery, einem Friedhof für Schwarze, beerdigt. Unter den Trauergästen waren auch Vize-Präsidenten, Gouverneure, Senatoren und Hollywood Größen. In seinen Sarg waren die letzten Worte seiner Rede „I have a dream“ eingraviert: „Free at last! Free at last! Thank God Almighty, we are free at last!”