Pressereaktionen zur Tour der Toleranz
Zum Abschluss der Diskussion im
Sonneberger Gesellschaftshaus
singt Ron Williams für die Schüler
"Stand by me".
Foto: camera900.de
"Auch ihr könnt eure Eltern erziehen!"
Bei seiner "Schultour für Toleranz" wirbt Ron Williams dafür, miteinander einzuschlagen. Diese Woche war er im Landkreis Sonneberg unterwegs.
"Ihr müsst euch nicht lieben, aber respektiert euch!" Diese Botschaft wiederholt Ron Williams im Saal des Gesellschaftshauses in Sonneberg immer wieder. In den 1060er Jahren kam er als 19-jähriger US-Soldat nach Stuttgart, wurde der erste afroamerikanische Nachrichtensprecher beim Soldatensender AFB und bleib fortan in "Good Odl Germany". Seine "Schultour für Toleranz" ist Teil seines persönlichen Engagements gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und für mehr Menschlichkeit. Dafür erhielt er im Jahr 2004 sogar das Bundesverdinstkreuz......

Ron
Williams, in Deutschland lebend und seit den 70er Jahren als Komiker, Moderator
und Musiker hier bekannt, diskutierte im Schauplatz Lyz mit Jugendlichen
der Realschule am Oberen Schloss. Seine Botschaft, die er in eindrucksvollen
Gesprächen, aber auch mit Humor und Gesangseinlagen transportiert,
klingt so einfach und ist doch für viele so fremd: Lernt einander kennen,
um Gleichgültigkeit, Distanz und Unverständnis abzubauen. Nur
so könne dumpfen Vorurteilen Einhalt geboten werden.
Schulleiter Eckhard Greifenstein hatte dargestellt, dass 30 Prozent seiner
Schüler Russland-Deutsche und 15 weitere Prozent Schüler anderer
ausländischer Herkunft seien, da fragte Williams auch gleich, wer
denn schon mal seine ausländischen Schulkameraden zu Hause besucht
habe. Die Schüler waren erstaunt, wie selten das in ihrem Alltag
der Fall ist. Williams berichtete von Beschimpfungen und Bedrohungen,
die er schon oft in Deutschland erleben musste.
Ob
im überfüllten Schauplatz Lyz, wo Jugendliche der Realschule
Am Oberen Schloss anderthalb Stunden lang mit dem Amerikaner debattierten,
oder in der Geisweider Hauptschule: Der Show-Mann traf ohne Anbiederei
den richtigen Ton: Zum Beispiel: Mit zwei schnellen Gesten parodierte
Williams einen obercoolen HipHop-Typen - Riesengelächter und donnernder
Applaus. Dann Williams: Solche Posen entstehen aus Angst. Dahinter verstecken
sich unsichere Leute." Und schon war er beim Thema braune Gruppenwärme:
"Wer sich sonst nirgends angenommen fühlt, der greift nach jedem
Strohhalm - auch wenn's einer ist, an dem das Nazi-Gift klebt.'
Er erzählte von seinen Rassismus-Erfahrungen in der US-Armee und
von denen seines 15-jährigen Sohnes Julian heute. Dazwischen immer
wieder sein Appell: Ihr müsst euch ja nicht lieben, aber respektiert
euch. Das geht nur, wenn man miteinander redet, und zwar immer wieder.'
Noch stärker als das Reden aber fanden die Schüler seine Musik.
Für die A-Capella-Version von Stand by me" schnippten sie Background,
und bei Open your heart' gab es im Lyz ein Lichtermeer von Feuerzeugflammen.
Gestern
Vormittag kamen Schülerinnen und Schüler der Realschule Am Oberen
Schloss ins Lyz zur ersten Diskussion mit Ron Williams. schuf Williams
auf Anhieb eine entspannte Atmosphäre.Liedbeiträgen.Rechts"
zu hören ist.
Williams berichtete den Jugendlichen von seinen eigenen Erfahrungen als
Farbiger und seinem Umgang mit brisanten Situationen. So hält er
das Miteinander reden als stärkste Waffe im Kampf gegen die Feindlichkeit.
Nach einer kurzen Aufwärmphase wurden die Fragen aus dem Publikum
immer mehr.
Show-Größe motivierte Schüler - „Tournee“
eines Menschenfreundes startete im Lÿz
Der
US-Entertainer, der Mitte der 60er Jahre als GI nach Deutschland kam,
verhilft dem neuen Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, in
dem alle demokratischen Kräfte mitmischen, und das sich auf regionaler
Ebene heute konstituiert, zu einem Gala-Auftakt. Selbst Landrat Elmar
Schneider, ein eher ruhiger Vertreter, klatschte beim von Ron gesungenen
„Stand by me“ richtig im Takt. Die Schüler-Veranstaltungen
bilden den Auftakt zu verschiedenen „Bündnis“-Events
unter Ägide des Landrates. Zielsetzung des Bündnisses: Das Verantwortungsbewusstsein
für eigenes Handeln stärken sowie besondere Aufmerksamkeit auf
Gewalt gegen Minderheiten und fremdenfeindliche Aktionen richten.' Die
Probleme sind gar nicht weit weg', sagte Landrat Elmar Schneider, ob Skinhead-Aktionen
und NPD-Aufmärsche, ob kleinere Übergriffe im täglichen
Leben, ob Witze oder Floskeln, die bestimmte Bevölkerungsgruppen
angreifen - die Probleme liegen meist vor der Haustür.' Mit den jungen
Menschen werde eine der klassischen Zielgruppen sensibilisiert und fit
gemacht, den fremdenfeindlichen Auswüchsen zu begegnen.
